Vita Marie Schwesinger

Geboren und aufgewachsen in Hamburg – eine norddeutsche Seele also – sammelte sie seit 2007 im Jugendclub des Deutschen Schauspielhauses Hamburg erste Spielerfahrung.

Es folgten Regiehospitanzen am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Jungen Schauspielhaus Hamburg und später an der Schaubühne Berlin u.a. bei Markus Heinzelmann, Klaus Schumacher, Volker Lösch und Armin Petras. 2009-2013 studierte sie Szenische Künste mit den Schwerpunkten Theater, Medien und Literatur an der Universität Hildesheim und schloss das Studium mit einer Arbeit zur Inszenierung des Chores im zeitgenössischen Theater ab. Während des Studiums entstanden eigene Stücktexte, Inszenierungen, Performances und Kollektiv-Arbeiten.

2011-2012 ging sie für ein Auslandssemester an die University of Exeter, England, beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit der britischen Dramatik am Beispiel von Harold Pintor, Sarah Kane, Mark Ravenhill und Caryl Churchill.  

In der Spielzeit 2013/2014 arbeitete sie als feste Regieassistentin am Oldenburgischen Staatstheater und assistierte u.a. bei K.D. Schmidt, Brit Bartkowiak, Mark Becker und der werkgruppe 2. In Oldenburg inszenierte sie ihren eigenen Stücktext Da ist eine Leerstelle in meinem Kopf  und brachte mit dem Theaterjugendclub das Stück Sinn von Anja Hilling auf die Bühne.

Nach einer Gastassistenz am Landestheater Marburg begann sie zum Wintersemester 2014 ihr Regiestudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Im Rahmen des Studiums entstanden neben kleineren Formaten u.a. eine Szenenarbeit zu Horvaths Der jüngste Tag und die Inszenierungen Reiher von Simon Stephens (Januar 2016), Maß für Maß von William Shakespeare (Oktober 2016) und Schwarzes Tier Traurigkeit erneut von Anja Hilling (Mai 2017) am Theater Frankfurt LAB. Mit Schwarzes Tier Traurigkeit wurde sie 2018 an die Folkwang Hochschule nach Bochum eingeladen.

2017-2019 war sie feste Regieassistentin am Schauspiel Frankfurt, wo sie unter anderem mit Anselm Weber, Robert Borgmann, Marius von Mayenburg, Roger Vontobel und Lisa Nielebock zusammenarbeitete.

Erste szenische 

Im Oktober 2018 entstand ihre erste szenische Arbeit im Rahmen der Reihe Spielraum: In Gegen alle Widerstände beschäftigte sie sich mit den Frankfurter Auschwitz-Prozessen 1963-65, arbeitete mit Textmaterial von Peter Weiss, Hannah Arendt, Emmi Bonhoeffer und eigenen Texten, interviewte Zeitzeugen der Prozesse und arbeitete mit dem Original Tonbandmaterial der Auschwitz-Zeug*innen der Prozesse.

Im September 2019 folgte dann die Inszenierung Corpus Delicti von Juli Zeh, wo sie besonders den gegenwärtigen politischen Bezug von Juli Zehs Gesundheits-Dystopie untersucht.

Direkt im Anschluss präsentierte Marie Schwesinger am Hessischen Staatstheater Wiesbaden ihre Inszenierung der Uraufführung von Robert Seethalers gefeiertem Roman "Das Feld".